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Aus
dem Seelenleben eines Motorradfahrers
Jeder Motorradfahrer kennt sie, die Situationen, die sich unauslöschlich
im Gehirn fest brennen. Sie sind gefährlich oder komisch, meist aber
fürchterlich peinlich. Derjenige, der sich schon mal vor versammelter
Mannschaft sein Maschinchen umgeschmissen hat (warum weiß keiner, er
selbst am wenigsten), wird sich noch gut daran erinnern, dass er sich in
jenem Moment an jeden anderen Ort des Planeten gewünscht hätte, nur um
dem unausweichlichen Hohn und Spott der feixenden Menge zu entgehen.
Standardsituationen, immer wieder sehr beliebt bei den Nichtbetroffenen.
Auch nicht schlecht folgendes:
Auf dem sonntäglichen Treff hast Du stundenlang die Zuverlässigkeit
Deiner Maschine gelobt, die selbstverständlich einzig und allein auf
Deine hervorragende Sachkenntnis bei den Wartungsarbeiten zurückzuführen ist. Dann kommt der Moment des Aufbruchs. Du schälst
Dich wieder in all Deine Lederbrocken, die Sonne lacht vom Himmel (26
Grad im Schatten), Du klappst lässig den Kickstarter zu Seite,
vergewisserst Dich noch kurz, ob auch alle Blicke auf Dich gerichtet
sind und gibst Deinem Baby einen kräftigen Tritt (mit Baby ist das
Moped gemeint).
Nichts. Ein zweiter Tritt. Nichts. Ein dritter und vierter. Nichts.
Die Menge wird unruhig.
Du knickst kurz in der Hüfte ab, um einen Blick auf den Motor zu
werfen. Das hilft zwar auch nichts, macht aber immer einen guten
Eindruck. In der Regel fühlst Du Dich auch dazu veranlasst, irgendein Teil wenigstens mal anzufassen. Irgendein Teil, egal welches. Es muss
nur so aussehen, als ob Du - souverän, wie es ohnehin Deine Art ist -
mit einem kurzen Griff die Situation zu Deinen Gunsten entscheiden
könntest.
In dem Moment, wo Du zum fünften Mal Dein Bein hebst, weißt Du, dass
es ohnehin Deine letzte Chance ist. Springt sie an, hast Du gewonnen.
Alle würden glauben, daß der zündende Funke durch Dein unmotiviertes
Gefummel zustande kam.
Du setzt zum Kick an.
Mittlerweile ist es Dir schon gar nicht mehr so recht, dass Du ein
ständig wachsendes Publikum unterhältst. Mit aller Kraft saust Dein
stählender Schenkel nach unten... Nichts.
In Deinen Ohren saust es, unter dem Helm herrschen circa 42 Grad
Celsius. Trotzdem dringen die ersten Wortfetzen an Dein Ohr: "Was'n
das für'ne Graupe? - Wat nimmt der für die Show oder is dat für lau?
- Kumma, der schwitzt! - Hat der noch andere Hobbys? - Schonma mit Sprit
versucht? Soll manchmal Wunder wirken!" Es ist das alte Spielchen -
wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung.
Es hilft nichts. Helm ab, Jacke auf, nur lässig bleiben. Auch die
Kumpels, die natürlich schon längst auf ihren laufenden Maschinen
sitzen, drehen murrend den Zündschlüssel wieder herum. Nun kommen auch
die ersten persönlichen Attacken. "Echt klasse eingestellt,
Hochachtung."
Du kontrollierst Benzinschläuche, die Sprithähne, Kerzenstecker,
Zündkabel.
Alles okay.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt kommen die ersten guten Ratschläge aus
der immer noch anonymen Maße. Mittlerweile hast Du natürlich auch
Deine Joppe ausgezogen, die Hitze wirkt in dieser peinlichen Situation
doppelt schlimm.
Die ersten Bros schleppen ihr Werkzeug an, Du richtest Dich in Gedanken
auf eine längere Aktion ein. Plötzlich bleibt Dein Blick am rechten
Lenkerende kleben, es durchläuft Dich heiß und kalt. Mit einem Schlag
hast Du nämlich die Fehlerquelle entdeckt und Dir wird blitzartig klar,
dass die ganze Blamage wirklich restlos überflüssig war. Gleichzeitig
durchzuckt Dich jedoch die Erkenntnis, dass Du mit einem Geniestreich
immer noch die Situation retten kannst.
Außer Dir scheint nämlich noch niemand bemerkt zu haben, dass dieser
verfluchte Killschalter in der Position "OFF" verharrt.
Während also schätzungsweise sechs Personen damit begonnen haben, Dein
Motorrad zu zerlegen, beugst Du Dich aus Gründen der Tarnung über
besagtes Lenkerende, halt um nachzusehen, ob das Vorderrad noch da ist.
Dabei legst Du mit einer ungeahnten Fingerfertigkeit den Schalter auf
die richtige Stellung um. Ein kurzer Blick in die Runde - scheinbar hat
niemand etwas gemerkt. Klasse!
Das Blatt wendet sich. Du leitest den nächsten Schachzug ein, indem Du
die hilfreichen Geister mit forschen Worten von Deinem Gefährt
vertreibst. Mit einem vielsagendem Blick drehst Du dem Volk den Rücken
zu, gehst vor Deinem Triebwerk in die Hocke, den Körper möglichst nahe
am Fahrzeug. Nun führst Du die geübte Hand an eine Stelle unterm Tank,
wo nun wirklich niemand sehen kann, was Du da eigentlich machst.
Tatsächlich machst Du ja auch, von einem angestrengtem Gesicht einmal
abgesehen, wirklich effektiv gar nichts. Nach circa zwanzig Sekunden
theatralisch höchst wirkungsvollen
Sekunden richtest Du Dich langsam wieder auf, jedoch nicht ohne darauf
zu achten, dass sich Dein angestrengtes Gesicht langsam in ein
nachdenkliches verwandelt. Es muss der Eindruck entstehen, als wenn Du
vor Deinem geistigen Auge einen wahrlich höchst komplizierten, technischen Vorgang Revue
passieren lässt.
Auch hier sind zwanzig Sekunden ein guter Richtwert.
Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, drehst Du den Zündschlüssel,
öffnest
erneut die Sprithähne und klappst den Kickstarter heraus. Die Situation
ist höchst spannungsgeladen, niemand spricht ein Wort. Du setzt an,
kickst und zur Verblüffung aller fängt die Mühle an zu klappern.
In aller Ruhe beginnst Du wieder mit dem Ankleiden, während die
Maschine ruhig bei 800 Touren vor sich hin pöppelt.
Sollte irgendein dreister Wicht es wagen, Dich auf die Fehlerquelle
anzusprechen oder nach der eigentlichen Ursache zu fragen, so gibst Du
ihm lapidar zu verstehen: "Entweder man kennt sein Moped oder man
kennt es nicht." Daraufhin werden keine Fragen mehr kommen. Du
nimmst auf Deinem Lederbrötchen Platz - erhaben wie selten zuvor -
schickst noch kurz einen weltmännischen Gruß in die Runde und machst
Dich in aller Ruhe vom Hof.
Du hinterlässt eine nachdenkliche Menge, der Du wieder mal gezeigt
hast, dass man wirklich nicht davor zurückschrecken muss, ein
klassisches Motorrad mit all seinen kleinen Mucken zu fahren. Vorausgesetzt, man hat den nötigen Sachverstand.
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Am achten Tag der
Schöpfung erschuf Gott den Biker. Er freute sich das Ihm dieses Werk so
gut gelungen war.
Nette Jungs im Lendenschurz und weil Sie alle so lieb waren schenkte ER
Ihnen auch schöne Moppeds.
Leise düsten Sie durch den Garten Eden und freuten sich Ihres
Daseins???
Diese Ruhe und Friedlichkeit störte den Teufel jedoch sehr und er grübelte
hin und her wie dies zu beenden sei.
Er gab den lieben Bikern ein das Ihre schönen Moppeds doch viel zu brav
und leise seien und es doch viel besser wäre laut und böse zu werden.
Aber unsere lieben Biker sahen keine Möglichkeit diesen Zustand zu ändern.
Also versprach der Teufel Abhilfe.
Er schloß sich drei Tage in der Hölle ein und begann zu basteln.
Das war ein hämmern, rumoren zischen, die Funken flogen fast bis ans
Himmelstor.
Am vierten Tag begutachtete er sein Werk und war zufrieden.
Freudestrahlend übergab er den netten Bikern Ihre neuen Maschinen und
sprach hier sei Euer neuer Gott betet Ihn an und nennt Ihn
HARLEY DAVIDSON.
Als Gott dies sah verwies er alle Biker aus dem Garten Eden und schickte
Sie auf die Erde.
Nur einen nicht:
Er schuf Ihm ein Superbike namens Yamaha XJR1200
und sprach gehe auch Du auf die Erde und verkünde das es nur einen
geben kann.
Dieser Kampf dauert bis heute an und keine der Parteien konnte bisher
einen Sieg
erringen;-)))
Tja, so war das damals.
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Motorraeder
und ihre Besitzer!!!!
Die mit der Deckelprägung: Joghurtbecher
Mannomannomannomann, Hauptsache schnell, Hauptsache viel buntes Plastik,
danach sucht er sich seinen Ofen aus. Wo er herfährt, merkt er sowieso
nicht, weil er eh bloss auf seinen Drehzahlmesser glotzt beim Fahren.
Trotzdem regt er sich auf, wenn ein paar Bergstrassen gesperrt sind, wo
solche wie er sich gerne mal totfahren. Ordentlich den Kadaver durch die
Serpentinen schleudern macht ihm aber erst richtig Freude, wenn er seine
Tussi schon vorher mit der Videokammera in der schärfsten Kurve
abgesetzt hat, und die ihn dann abfilmt, wie die Plaste auf dem Asphalt
wegschmort. Oben auf'm Pass stehen sie dann und die Angstpisse läuft
unten aus dem lila Kombi raus. Alle sitzen auf den Plastikschüsseln und
die anderen Motorradhengste sagen: "Ey, guck mal, oben auf'm Berg
ist wieder Tupper-Party."
Den richtigen Joghurtbecherfahrer erkennt man daran, dass man nicht
weiss, wo fängt der Hobel an und wo hört der Fritze auf. Er klemmt
dermassen passgenau auf der grellen Feile, daß ein Ei links und das
andere rechts vom Tank hängt. Und damit er bei 250 auf der Bahn nicht
von dem Geschoss gepustet wird, klebt er sich voll rein in das Teil.
Vorne ein Stummellenker, so breit wie der Augenabstand, und hinten eine
Höckersitzbank mit einem Zapfen im Arsch, daß er nicht seitlich
runtersegelt. Ausser um ihn zu filmen, nimmt er nie eine Torte mit auf
Tour, weil seine Sitzbank meist keine Tortenmulde hat und die Alte die
ganze Kurvenlage durcheinanderbringt.
Am Wochenende brüllt er am liebsten 800 km über die Autobahn, trinkt
an 'ner Raststätte 'ne Tasse Kaffee und fährt wieder nach Hause. Alles
an ihm ist mördermässig modern, sogar seine Unterhose kommt aus der
Weltraumforschung und vorne drin trägt er Schwanzprotektoren aus Teflar.
In einem Land ohne Ampeln würde er verrückt werden, weil er da nicht
alle 200 m die grelle Eierfeile so hoch reissen könnte, daß die Arme 5
cm länger werden.
Papa will's noch mal wissen: BMW
Von denen gibt's ja mehrere, die eigentlich gar nix miteinander zu tun
haben.
Da sind erstmal die Daddys, die sich Anfang der 70er ne /5 gezogen haben
und die nun jeden Sonnabend vor die Garage fahren und mit 'nem feuchten
Lappen über'n Tank gehen. Sie haben nur eine Sorge: Daß sie eher
abkratzen, als ihre BMW und ihre Witwe mit'm Akopads übern Chrom
rubbelt.
Ja und dann haben wir noch die Heinis die sich Ende der 70er 'ne 1000er
Boxer mit Vollverkleidung zugelegt haben. Die würden nun jedes
Wochenende am liebsten zum Nordkap bügeln und sich 'nen neuen Aufkleber
an die Packtaschen hauen. Weil das aber ihre Alte nicht mitmacht, tun
sie so, als ob bei ihnen vor der Garage direkt der Polarkreis anfängt
und bauen sich erst mal ne Griffheizung an die 1000er ran.
Als die K Reihe auf den Markt kam, fanden die alle Boxerfahrer, logisch,
voll Scheiße, weil die klingt wie 'ne Waschmaschine im Schleudergang.
So viele Hoske Tüten kannst Du an die Gurken gar nicht dranmachen, daß
Du da 'n vernünftiges Geräusch rauskriegst. Trotzdem haben sie sie
dann doch alle gekauft, weil die nicht ganz so verboten aussah, wie die
Schlitzi-Feilen.
Am härtesten war dann aber die K1, die schnellste Zahnpastatube der
Welt. Ein Wendekreis wie'n LKW und verkleidet wie'n Motorroller aus Rumänien.
Wenn Du da ne R50 nebenstellst, mußt Du denken, irgendwann in den
80gern haben die Auserirdischen die BMW - Designabteilung überfallen.
Das Gegenteil ist die R100R, der sogenannte klassische Boxer. Sieht zwar
auch kaum klassisch aus, eher wie'n indischer Lizenznachbau der alten
R75, fährt aber besser als die alten Gummikühe. Deshalb haben die
davon im letzten Jahr dermaßen viel verkauft, daß der BMW Motorrad
Chef seinen Posten verloren hat wegen Übersollerfüllung. Also das Teil
verkauft sich wie Bananen in Magdeburg, sieht noch aus wien'n richtiges
Motorrad und nicht wie die hyperverchromten Angeberfeilen aus Amerika
und ist auch noch 10000 Mark billiger, als die Eisenhaufen aus Milwaukee.
Danach sind die BMW Fritzen aber komplett durchgedreht. Von der 650er
Einzylinder bis zur neuen 1100er Boxer gibt's jetzt alles, wo sich beim
BMW Kunden der Magen umdreht. Und was macht der? Restauriert sich 'nen
Wolf an den vergammelten Gummikühen von gestern. Schöner Mist! Aber
ihnen geht's wenigstens noch. Einen alten Japaner restaurieren, wär
genau so sinnvoll, wie 'ne Würstchenpappe aus den 70ern wieder flott
machen.
Für ganz arme Willies: MZ250
Gekauft hat er sich die Zonenfeile meist schon vor 'zig Jahren, als es
die Sachsenharley noch bei Neckermann im Grabbelständer gab. Ihm ist
das Scheissegal, daß der Zweitakt-Hobel häßlich ist wie die Nacht und
der Tank oben drauf sitzt wie ein fettes Krebsgeschwür. Ist ihm deshalb
alles egal, weil er selber häßlich ist wie'n toter Iltis vorm
Schminken. Anne Füße hat er meist Gummistiefel, seine gelbe Gummihose
aus'm Straßenbau, weissu, es könnt ja mal regnen. Und oben rum 'nen
Parka aus der Kaufhalle. Den Helm hat er gebraucht von einem Kumpel
gekriegt, der da schon drei Mal mit über die Leitplanke gesegelt ist
und der dem nun doch nicht mehr sicher genug war. So bügelt er auf
Honneckers Kettensäge Sonnabend nach der Disko hin und stinkt damit vor
der Eisdiele rum und wundert sich, daß ihn die Tussies nicht mit'm
Arsch angucken. Seitdem die Zone nun zu Deutschland gehört, haben ja
auch die Zweitaktschnitzer aus Zschopau neue Kisten zusammengenietet.
Nun haben die 'nen englischen Namen und 'nen österrreichischen Motor
und sehen aus, als ob ein Koreaner in der Designabteilung Amok gelaufen
wär. Wenn der alte DKW das noch miterlebt hätte, wie in seiner Firma
neuerdings sogar Yamaha Treibsätze unter die Zonenfeilen geballert
werden, der hätte sich mit einer Überdosis 1:50 ins Jenseits gepustet!
Geld spielt keine Rolle: Harley-Davidson
Früher hatt’n ja meisten ‘n Schlagring und haben an ihren Kiste
alles wechgeflext was irgendwie ging und den Rest haben se Mattschwarz
übergejaucht. Auf’n Kopf sahste gerne auch mal ‘n
Wehrmachts-Stahlhelm und drei Harley-Fahrer hatten mehr Jahre Vorstrafen
auf'm Buckel als ne Schildkröte alt wird. Die schön Zeiten sind nu
leider vorbei. Heute knattert die Midlife-crisis durch die Altstadt, hat
nen Police-Helm auf und ne Fransenjacke an. Unter der Jeans trägt der
neue Harleyfahrer Boxershorts mit Harley-Abzeichen. Sogar Zuhause auf
sein Lokuspapier hat er noch ne amerikanische Flagge mit ner ‘1’
drauf. Das kost natürlich alles ein Schweinegeld deshalb muß er
nebenbei noch als Zahnarzt oder als Werbefuzzy arbeiten. Alles an sein
Schrotthaufen hat er verchrom' lassen. Bis auf die Sitzbank, die ist aus
Bergziegen-Penisleder oder sowas, jedenfalls sauteuer und
superempfindlich. Die Harley steht entweder bein Italiener vor de Tür,
oder beim Händler in Reparatur. Zur Not wird se auch mal gefahren aber
nur, wenn's nich regnet. Am liebsten würde er sein eigenen Arsch
zumauern und sich ‘n seitlichen Ausgang legen lassen, weil er
Sidepipes so geil findet. Weil's an der Rohstoffverschwendung aus
Milwauki dauernd was zu schrauben gibt haben alle ne Werkzeugtasche
vorne anner Gabel gehängt. is aber nix drin, weil se e’ keine Ahnung
von dem Museum unter ihrem Arsch haben. Wenn se also liegen bleiben, müssen
se den ADAC anrufen. Das is ihnen aber so peinlich, daß ihre Heritage
Softtail lieber heimlich in den Graben geschoben wird und sie sich
schnell ne neue kaufen. Die Rekordumsätze von den Eisenfeilen liegen
bloß daran, daß die Straßengräben an den Autobahnen voll sind mit
Harleys wo’n Faden inner Kerze is. Warum kaufen sich die Masos nun
trotzdem immer wieder eine Neue? Weil der Klemmi schon seit seiner
Jugend immer n Harley bügeln wollte. Das liegt hauptsächlich daran, daß
er n Mädchenhaftes Solex-Mofa fahren mußte als Jugendlicher, als seine
ganzen Kumpels mit Ihren Kreidler Mustangs ihn die scharfen Schnecken
weggeschnappt haben. Damals hat er sich geschworen: Irgendwann wird er
sie alle Naßmachen mit seiner Harley. Nu isser 45, hat sein überteuerten
Chromsessel, bloß die Schnecken von damals fahren jezz viel lieber
mit'm Opel Vectra. Schöner Mist!
Gibt's kaum noch: Italiener
Früher, als es noch keine Japaner auf der Erde gab, kamen die heißesten
Öfen aus Italien. Ducati, Moto Guzzi, Benelli, MV Agusta und wie sie
alle hießen. Irgendwann in den 70igern gab's dann die Garelli bei
Neckermann. Da wußten schon die ersten: Der Guzzi Bringdienst pfeift
aus dem letzten Loch. Heutzutage baut nur noch Ducati vorzeigbare
Eisdielenschocker. Moto Guzzi schraubt Karrikaturen seiner V2 Klassiker
zusammen, bei Bimota rappelt ein kleiner Japaner im Schritt und Benelli
ist glaub ich 'ne Eissorte von Lagnese. Alles weitere zu den rasenden
Spaghettis siehe unter Joghurtbecher.
Halber Kram: Motorroller
Als die Amis Italien und Deutschland nach dem Krieg verboten haben,
weiter Flugzeuge zu bauen, wo sie denen ihre Städte mit kaputtschmeißen
können, haben sie bei Piaggio und Heinkel dämlich aus der Wäsche
geguckt. Aber nicht lange: Die Italiener haben den Piloteneierkratzmotor
von ihren Stukas genommen und die Vespa drumherum konstruiert. Ernst
Heinkel hat die abgestürzten Reste seiner HE262 aufgesammelt, und
fertig war der Heinkel Tourist. Beides die berühmtesten Roller aller
Zeiten. Aber beide auch so anders wie Spaghetti- und Kartoffelfresser.
Bei der Vespa haben sie lange überlegt: Wie kann man den Motor so ungünstig
anbringen, daß sich möglichst viele auf die Fresse legen und sich
gleich wieder 'ne neue Vespa ziehen. Sind sie auf hinten rechts
gekommen. Wenn sie den an einer 3 Meter langen Stange über den Rücksitz
geschraubt hätten, wäre die Straßenlage auch nicht wesentlich
schlechter gewesen. Sitzt allerdings hinten 'ne Italo Tussi im Damensitz
auf der Affenschaukel, lacht die Schürfwunde noch früher. Der typische
Heinkel Unfall sieht anders aus: Du brüllst mit dem untermotorisierten
Bomber durch 'ne Kurve, vorher ist da 'n Bauer mit frischer Kuhscheiße
an Bord langgeschickert, der Sturzkampfroller gerät ins Schleudern, im
Reflex streckst Du die Stelzen nach draussen, die HE175 legt sich quer
und weg ist der Fuß. Sauber überm Knöchel von der Gußalutragfläche
des Bombers abgeflext. Und weil das dauernd passierte, gab's den Heinkel
Tourist schlauerweise bloß mit 4 Gang Handschaltung, damit auch noch
der Fußampuiterte was zum Orgeln hat. Von den alten Rollern fahren ab
und zu noch die dreischläfrige Lambretta und Zündapp bella. Richtig
genutzt wurden die Teile früher hauptsächlich als fahrbare Anmontierfläche
für Rückspiegel. Heute werden die als Plastikeimer mit Kullerrädern
verhökert und sollen verhindern, daß der Cityknallkopf sich 'n Ölfleck
in die C&A Hose schmiert. Nun geht den rollerfritzen ihr
Weicheiimage allmählich auf den Zeiger und sie rüsten die rasenden
Badezimmerhocker mit Stollenreifen nach und bügeln damit durch die
Scheiße um die Wette. Was'n Quatsch! Warum kaufen sie sich nicht gleich
'n anständigen Hobel? Beides geht eben nicht, knallharter Rochen sein
und saubere Hose behalten. Alles klar ?
Hart gegen sich selbst: Gold Wing
Das Motorrad als Einbauküche ist sein größter Traum. Er sitzt fett
auf den Kunstleder-Sesseln, hinten sitz Mama, auser Packtasche glotzt
der Pudel und vor in eingebauten CD-Spieler läuft Countrymusik. Das
ganze Wochenende überlegt er sich wo er noch n Gerät einbaun kann un
wo er noch Decifix-Folie in Eichenfurnier-Maserung drüberkleben kann.
Nu hat er sich schon neben den Tank ne Mikrowelle eingebaut und an
Lenker n Videorecorder, weiß aber nich wie er die Kaffeemaschine
unterbringt, ohne den Geschirrspüler nochmal auszubauen. wenn er mit
sein Kochstudio unnerwegs is, fährt er immer extra gegen ne Wand beim
Anhalten, dasser auch ja beim Losfahren mit sein Scheiß-Rückwärtsgang
angeben kann. Kaum hält er mal irgendwo zwei Minuten, macht er sich
auch schon ne Tütensuppe warm auf seiner Mühle un schiebt seiner Tussi
ne neue Truckercassette innen Arsch. Ärgern tut er sich, daß es die
Goldwing immer noch nich mit Atomreaktor als Antrieb gibt, dann könnt
er noch mehr Strom für seine Küchengeräte abzapfen.
80% aller Goldwing-Fahrer glauben, daß sie nen Auto fahn, weilse unter
dem ganzen Plastikgammel noch nie die Räder durchgezählt haben. 60%
glauben, daß vor dem Otto-Motor der E-Starter erfunden wurde, weil man
den sonst gar nich angekriegt hätte un immer noch 35% halten ihre rosa
gefärbte Tussi für’n Zubehörteil ausn Hein Gericke-Katalog. Doch
auch einmal kommt für den Küchenchef die Stunde der Wahrheit, denn hat
er überall Decifix-Holzdekorfolie draufgeklebt und alle Geräte
eingebaut. Dann heißt es Mut beweisen: die eigenen Eier abgeschraubt
und ab damit zum Verchromer
Immer auf der Flucht: Enduros
Seit ein paar Jahren, seit es vor lauter Eigenheimsiedlungen und Mülldeponien
kein Gelände mehr gibt, werden komischerweise die Dinger mit den
grobstolligen Reifen immer mehr. Aussehen tun die Typen als wollten sie
sofort anne Front fahren, dabei bügeln se bloß nache Eisdiele hin.
Wennse grad nicht gerade ihre Rüstung anhaben, dann rasen sie meist mit
T-Shirt und kurze Hose durch die Stadt, dasse auch ja ne richtig schöne
Schürfwunde zustande bringen, wenn sie sich mal aufe Fresse legen.
Vom Lebensgefühl und den Neonklamotten her sind das sowieso keine
Motorradfahrer sondern Surfer. Bloß daß sie noch nicht gerafft haben,
daß Asphalt zwar im Sommer genauso warm ist wie Wasser, aber man
trotzdem sich nicht so oft draufballern sollte. Ich schätze sowieso, daß
bei den meisten von diesen Fritzen die Oma immer frischrasiert inner
Hautklinik rumliegt, falls mal wieder'n paar Hautlappen auf den
weggeschmiergelten Arsch gespendet werden müssen.
An der Mühle sind auch dauernd wasserdichte Überlebenskoffer aus Alu
drangebraten, mit Moskitonetze, Entsalzungstabletten, Anthropinspritzen
und Tauschartikel für Eingeborene. So bügeln sie nach'm Supermarkt
hin, und haben nicht mal mehr Platz für ne Packung Lümmeltüten.
Brauchen sie allerdings auch nicht, weil sie aus Trainingsgründen sowie
auf Sex verzichten. Joo inne Sahara, wenn Du von Paris nach Dakar
orgelst, kannst Du auch nicht dauernd aufe Mama rauf. So ist der
Endurofahrer dauernd auf der Flucht, hat seine Heimatstadt aber noch nie
verlassen. Träumen tunse zwar alle davon, dasse mit ihren bunten
Plastikhobeln mal durche Sahara krajolen, wird aber meist nichts draus,
denn einer ausser Clique liegt garantiert immer im Krankenhaus, weil er
sich an dem hochgezogenen Auspuff die Eier gebraten hat.
Pest der Innenstädte:Trikes
Du sitzt meinetwegen irgendwo in der Eisdiele und schlabberst 'n
Hawaiibecker in die Runkel. Plötzlich: Ein Höllenlärm, wie ein
gefolterter Käfermotor. Was dann aber auftaucht ist kein vermöbelter
VW, sondern ein Teil, das auszieht, wie ein fisseliger Schwanz mit
fetten drehenden Eiern dran. Vorn auf dem Schwanz sitzt breitbeinig ein
Fertigprodukt aus dem Sonnenstudio und hinten zwischen den rotierenden
Gummitestikeln zwei kreischende Shampooverkäuferinnen. So rasen die
frisierten Pestbraken dauernd im Kreis herum duch die City, bis auch
jeder kapiert hat : "Ey guck mal, hier fährt ein Arschloch".
Komplett daneben sind die rasenden Gemächte ja schon deshalb, weil Du für
diesen Chromwolpertinger aus Choppergabel und Boxerarsch nicht mal Führerschenklasse
1 brauchst. So kann jeder Büroschleimer am Wochenende mal seinen
aufgemotzten Honda Diktator in der Garage stehen lassen, und sich den
krakelenden Ersatzlümmel beim Trikeverleiher ziehen. Das einzige, was
Du gegen diese dummen Säcke machen kannst, ist immer, wenn sie irgendwo
auftauchen, sofort mit Scheiße beschmeißen. Die dicken mit Hühnerkacke
voll in die gebräunten Fressen, bis auch den gefärbten Trullas aufm Rücksitz
der Klokensaft aus der toupierten Matte sabbert. Nur die kriegen keine
Scheiße an den Kopf, die freiwillig einen Anhänger hinter sich her
ziehen, auf dem steht:"Ich bin ein Arschloch" oder nachweisen
können, daß ihr Intelligenzquotient nicht höher ist, als die Außentemperatur.
Stalins Rache: Dnjepr und Ural
Die beiden größten Drecksäcke des Jahrhunderts, Hitler und Stalin,
waren ja mal dicke Kumpels. Und weil das alles so super klappte, mit dem
internationalen Drecksacktum sagte Joseph: "Ey, Atze, laß mal die
BMW R71 rüberwachsen, daß wie die mal nachbauen können, für unsere
Armee".
Haben sie dann auch gemacht und in Sibirien unter dem Pseudonym Ural
zusammengekloppt. Bei der Männerfreundschaft der beiden
Schweinepriester war das ja nun bald vorbei, und '45 hatte der Ivan die
deutsche Wehrmacht mit ihren Zündapps und dreibeinigen Gummikühen endgültig
hinter die Elbe zurückgejagt. Ist klar, Stalin war stinkesauer. Ihr
Scheißtypen, hat er sich gesagt, euch mach ich fertig und hat in Thüringen
das BMW Werk abgeschraubt und an den Djnepr verschleppt. Dann hat er
alle Arbeiter im Sowjetreich zusammengetrommelt, die zwei linke Hände
haben und gesagt: "Ey, ihr Kaputten! Ihr ballert jetzt noch mehr
nachgemachte BMWs zusammen, und alle die wo mehr als 50 Bolzen mitm
Hammer schief in die Gewinde gekloppt sind, gehen in den Export nach
Westdeutschland." Das war die Geburtsstunde der Djnepr, die Ural
gab's ja schon. So, für 7 1/2 große Zettel kannste nun ein Ural
Gespann nach Hause schieben. Da grinst der Geizkragen, ist ja auch ein
Supergeschäft. `Ne Harley ist auch Vorkriegstechnik, kost aber 4 Mal
soviel. Der Ural und Djnepr Importeur hat mal ein Preisausschreiben
gemacht: Wer ein Foto von einer fahrenden Stalinorgel macht, kriegt 'ne
Tube Locktite. Zwei Bilder sind gekommen, mit tatsächlich fahrenden
Solomaschinen. Nachher kam aber doch raus, die Typen hatten für die
Aufnahme bloß mal kurz die Beine hochgezogen und einen Grillanzünder
in den Auspuff geschoben. Also bis jetzt gibt es noch keinen Beweis, daß
die Taigaschüsseln tatsächlich fahren. Wer sich eine gekauft hat,
versucht, daß möglichst ein paar Monate geheim zu halten, und setzt
sie dann ratz-fatz für'n halben Preis in den Kleinanzeigenteil. Die
ganz fertigen, die noch an den Endsieg des Sozialismus glauben,
versuchen, den Russen mit BMW und Schlitzi teilen jedenfalls so
aufzumotzen, daß sie die KGB Feile als Mofa anmelden können. Wenn sie
das schaffen, latschen sie nach'm Flohmarkt und kaufen sich den
Leninorden in Bronze. Für die Mädchenhaften Weicheier unter den Uralkäufern
gibt's einen Deutschlandimporteur, der so'n paar Sicherheitsdetails wie
Tankdeckel oder Vorderradbremse nachrüstet und die gröbsten Schweißnähte
wegflext. Das ist natürlich nix für den echten Russenfan. Der steht
auf Grauimport. Der läßt sich sein Stalinmonster verteilt auf 8
Polskifiats einfliegen und freut sich zuhause 'nen Ast, wenn über die Hälfte
der Teile ankommen, davon höchstens 2/3 in eine rumänische Straßenbahn
gehören und legt für den ganzen Sums grinsend 5000 Westmarkt auf den
Tresen .
Ganz weit unten: Mofas
Entweder ham se ihn grad zun dritten Mal den Lappen wechgenomm oder er
is zu knickrich zun Führerscheinmachen. Meist fährt er mit seine
untermotorisierte Versagermühle nach'n Supermarkt hin und packt sich
den wackeligen Anhänger voll mit Kartoffelchips un Billichbier aus
Einwegpullen. An Wochenende, wenn er nich gerade Kartoffelchips frißt,
sägt er bei sein Mofa den Krümer ab, damit ihn die Mountainbike-Fahrer
nich dauernd versägen. Am härtesten sinn die Mofa-Idioten die ihrn
gammeligen Plastikschrotthaufen mit tausend Rückspiegeln und
Plastikfummeln dermaßen aufmotzen, daß se bei Gegenwind nich mehr
vonne Stell komm. Der größte Schlag in die Fresse des Mofa-Fahrers war
die Helmpflicht für die Schülergurke. Vonwegen, nu sieht er aus wie
richtiger Motorradfahrer, scheiße, er sah aus wie jemand beim scheißen
nen Integralhelm trächt. muss de Dir mal ankucken, wie die Knalltüten
krumm auf ihren Gurken sitzen. Als wenn se währen die fahrt nen Köddel
aus die Rosette drücken und dabei nen Helm auf’n Kopp, falls
Scheisse-Schrappnels durch die Luft fliegen, echt krank. Is klar das
diese fertigen nich mehr viel vom Leben erwarten. Einen Traum haben se
aber noch: einmal mit’m Mofa auffe Autobahn und Hauptdarsteller in’
Verkehrshinweis werden.
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Nochmal
BMW:
Als der liebe Gott das Motorrad erschuf - es war an einem feuchtkalten,
windigen Märzmorgen -, da kamen ihm plötzlich die älteren Menschen in
den Sinn. Die sollten schließlich auch auf seiner neuen Schöpfung
fahren. "Werden sie", sorgte Er sich, "bei Sturm und
Nieselregen keine kalten Füße bekommen?" Das war der Moment, als
der Boxermotor erfunden wurde. Links ein warmer Zylinder, rechts ein
warmer Zylinder, dahinter die warmen Füße. Die Menschen aber jubelten
und sprachen: "Er hat uns eine Box-Mich-Warm geschenkt!"
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Bikergruss-Typologie
oder: Versuch einer Einreihung der Biker anhand ihres Bikergrusses
Die Grüssenden ...unterteilt in folgende Gruppen:
Die Häuptlinge
Dies sind meist Fahrer von grossen schweren Motorrädern mit grossen
Windschutzscheiben und Verkleidung um den Lenker. Der Gruss der Häuptlinge
zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht einfach die Hand ausstrecken,
sondern die Handfläche senkrecht hinter der Verkleidung in die Höhe
halten... Hug!
Die coolen Schnellen
Meist Typen auf Rennmaschinen; sie sitzen derart tief und nach vorn
gebeugt, dass ihr Gruss meist Richtung Boden zeigt, als wollten sie
sagen: das ist meine Rennstrecke...
Die Müden
...sind diejenigen, die sich noch knapp zu nem Gruss aufraffen können
und ihre Finger gerade noch vom Kupplungshebel heben können; wenig Geübte
Entgegenkommende sehen gar nicht dass hier gegrüsst wird
Die Enthusiasten
Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie so ne Freude haben ein anderes
Motorrad zu sehn, dass sie entweder schon von weitem die Hand raushalten
oder vor lauter Grüssen (wenn nicht schon Winken) fast vom Motorrad
fallen...
Die Normalen
hmmm... das ist der ganze Rest, der einfach nur die Hand rausstreckt...
0815 eben
Die Nichtgrüssenden ...unterteilt in folgende Gruppen:
Die Sonntagsfahrer
Das sind solche, die nur bei idealen Bedingungen (zwischen 22 und 25°C,
wolkenlosem Himmel und keiner Gewittergefahr - wir nennen sie hier
Lackschubiker, nicht wahr?) ihr poliertes Motorrad aus der Garage nehmen
und jedes Mal, wenn sie gegrüsst werden, sich fragen, ob denn die keine
Blinker vermögen...
Die Krampfhaften
...sind noch seltener fahrende Sonntagsfahrer (zwischen 22 und 23°C ),
die sich krampfhaft am Lenker festklammern müssen und in Gefahr laufen
vom Bike zu fallen wenn sie nen entgegenkommenden grüssen wollen...
Die Wählerischen
Meist Harley- oder GoldWing-Fahrer, denen es nie in den Sinn kommen würde
das gewöhnliche Fahrvolk zu beachten, geschweige denn zu grüssen...
Die Möchtegern-Rennfahrer
... verunsichern mit ihren Rennsemmeln die Strassen und sagen sich, dass
die Rennfahrer sich ja auf der Rennstrecke auch nicht grüssen...
Manchen reicht halt das Hirn nicht aus um zu bemerken, dass sie NICHT
auf der Rennstrecke sind - das bemerken sie erst, wenn ihnen die
fehlenden Sturzräume auffallen und sie nicht von einem Reifenstapel,
sondern von nem Baum gebremst werden. |
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Die
höchstentwickelte Grußkultur findet man unter Motorradfahrern.
Die Ursprünge des Motorradgrußes reichen bis in die Steinzeit zurück.
Motorradfahrer waren damals außerordentlich rar. Es gab kaum befestigte
Straßen, und die Räder waren noch aus Stein. Nur ganz harte Kerle
vertrugen die Strapazen des Motorradfahrens. Begegneten sich zwei dieser
Kerle, hielten sie an, stiegen ab und zeigten einander die geöffneten Hände,
um zu demonstrieren, daß sich kein Faustkeil darin verbarg. So wurde
der Motorradgruß erfunden.
Unter ähnlich harten Bedingungen sind heute nur noch die Winterfahrer
unterwegs. Motorradfahrer sind entweder Winterfahrer oder Weicheier.
Weicheier trifft man im April im Straßenverkehrsamt an, wo sie ihre
stillgelegten Maschinen wieder anmelden. Winterfahrer dagegen fahren
durch. Ihre Zahl ist klein. Treffen sich zwei Winterfahrer, ist die
Freude groß. Sie heben dann so freudig und ausgiebig die Hände, daß
sie vom Motorrad zu stürzen drohen. Von April an grüßen Winterfahrer
nicht mehr. Winterfahrer grüßen keine Weicheier. Das Motorradgrüßen
ist stark reglementiert und wird von Anfängern zu Recht als sehr
kompliziert angesehen. Es ist umlagert von allerlei Ge- und Verboten.
Das bekannteste Verbot lautet: Grüße nie, nie!, ein Einspurfahrzeug,
das weniger als hundert Kubikzentimeter Hubraum hat.
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